Ein zentrales wie altbekanntes Thema bestimmte die die Jahreshauptversammlung 2026, zu der der BSV Rheinhausen-Bergheim 1925 e.V. seine Mitglieder in das Vereinsheim des VfL Rheinhausen geladen hatte: Der desolate Zustand der Schießsportanlage in der Sportanlage Krefelder Straße, insbesondre der 50-Meter-Bahnen.
Dabei handelt es sich bei den acht Bahnen um die einzige Anlage in wettkampftauglicher Ausstattung, die nicht nur den Duisburger Vereinen, sondern im zugehörigen Schützenkreis Moers zur Verfügung steht. So wird etwa die Kreisrunde Kleinkalibergewehr Auflage seit drei Jahren vollständig in Rheinhausen ausgetragen, ebenso die Kreismeisterschaften aller KK-Gewehr-Disziplinen. Die Duisburger Stadtmeisterschaft 2025 hingegen wurde wegen der Unzuverlässigkeit der Anlage nach Brünen (Hamminkeln) ausgelagert – eine Stunde Fahrzeit.
Bei den letzten Begegnungen der Rundenwettkämpfe 2025/26 im März waren dann nur noch drei von acht Bahnen nutzbar, für jeweils zwei Mannschaften aus 10 Sportlern und ca. 45 Minuten, die jeder Schütze für seinen Durchgang braucht. Zwei Stände konnten die Rheinhauser danach selbst wieder in Ordnung bringen, drei stehen aber seit Jahresbeginn mit unterschiedlichen Defekten still.
Dabei entspricht die über 50 Jahre alte Technik schon lange nicht mehr den Anforderungen zeitgemäßen Schießsports. Aktuell wird noch auf Papierscheiben geschossen, die an Seilzügen hin und her gefahren werden. Dabei kommt es zu den regelmäßigen Ausfälle der 50-Meter-Stände, wenn die Scheibenwagen an der Aufhängung bei 25 Meter hängen bleiben, aus den Seilen springen oder Halterungen abreißen.
Solche Störungen beheben die Sportler des BSV Rheinhausen-Bergheim mittlerweile selber, sofern Ersatzteile in der Sporthalle vorhanden sind. Eine weitere Maßnahme sollte darin bestehen, die Motorsteuerung so einzustellen, dass die Scheibenwagen nicht mehr mit voller Geschwindigkeit über den 25-Meter-Punkt fahren. Ein Stand wurde bereist im vergangenen November so eingerichtet, und während der Kreismeisterschaft erfolgreich dem Praxistest unterzogen. Getan hat sich seit dem nichts, statt dessen die neuerlichen massiven Ausfälle und Schäden seit Anfang des Jahres. Eine Nachfrage von BSV-Geschäftsführer Klauspeter Hennes bei der beauftragten Firma ergab: Man warte nur auf das OK von DuisburgSport, dann würde man die komplette Anlage umstellen. Seit November.
Seit rund zwei Jahren verfolgt der BSV Rheinhausen-Bergheim die Absicht, die Räumlichkeiten in der Sporthalle Krefelder Straße zu pachten, um Fördergelder für moderne elektronische Anlagen beantragen zu können. Das wird nun um so nötiger, als dass ab der kommenden Rundenwettkampf-Saison Ergebnisse in Zehntelringen erfasst werden. Bei Pappzielscheiben ist das nur mit Hilfe spezieller Scanners möglich, die selbst schon überholte Technik sind.
Es bedurfte erst einer persönlichen Vorsprache beim Oberbürgermeister während eines Kommunalwahlkampfauftritts im vergangenen Jahr, ehe DuisburgSport einen Vertragsentwurf übermittelte. Zuletzt sorgte außerdem die Meldung eines möglichen Neubaus der Sporthalle Krefelder Straße für Verunsicherung. Immerhin müsste der Verein trotz Fördergeldern einen fünfstelligen Eigenanteil in die neuen Anlagen im Altbau investieren und braucht dafür Planungssicherheit.
Erst jetzt, so konnte der Vorstand berichten, konnten die letzten Hindernisse ausgeräumt werden, einschließlich eines Einvernehmens über Reparaturen und Wartung der Altanlagen, bis die neuen eingebaut sind. Da die Fristen für die Beantragung der Förderung erneut verstrichen sind, wird dies nun wohl erst 2028 der Fall sein. Bis dahin bleibt nur, die alten Scheibenzuganlagen am Laufen zu gehalten – und zu hoffen, dass bei einem Neubau der Sporthalle der Schießsport nicht vergessen wird.