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Kreismeisterschaft auf der Kippe

Auf Bahn 1 ist der Scheibenwagen aus den Seilen gesprungen, auf Bahn 3 bei hängt er bei 25 Metern fest, auf Bahn 5 ist ein Halteclip für ein Tragseil herausgebrochen. Drei von acht Schießbahnen auf der 50-Meter-Anlage in der Sporthalle Krefelder Straße sind zurzeit defekt – und das eine knappe Woche vor der Kreismeisterschaft in den Disziplinen Kleinkaliber-Sportgewehr Auflage (KKa), Dreistellungskampf (3×20), Liegendkampf, 50 Meter Freihand und Unterhebelrepertierer.

Knapp 60 Sportler aus 7 Vereinen aus Moers, Rheinhausen, Eversael, Rheurdt und Neukirchen-Vluyn sind für die Wettbewerbe gemeldet. Nun hat die Kreissportleitung kurzfristige einen Not-Starterliste erarbeitet, um die Meisterschaft mit weniger Ständen über die Bühne zu bringen. Denn Ausweichmöglichkeiten für die Sportschützen gibt es nicht.

Bis 2019 war die städtische Schießanlage im Henri-Guidet-Zentrum in Moers-Kapellen Austragungsort der Kreismeisterschaft, mit zehn 50-Meter-Bahnen, rund 20 Jahre jünger als die aus dem 70ern stammenden Schießstände Rheinhauser. Doch während der pandemiebedingten Schließung wurde akuter Sanierungsbedarf der Lüftungsanlagen festgestellt. Seither ist die komplette Anlage geschlossen, ohne dass sich etwas tut. Für den Schützenkreis Moers als unterste Verbandsebene des Landesverbandes Rheinischer Schützenbundes ist der über 50 Jahre alte Schießstand in Rheinhausen die einzig verbliebene 50-Meter-Anlage, um regelkonforme Wettkämpfe auszuführen – übrigens nicht nur für Meisterschaften, sondern auch für die noch bis Ende März laufenden Rundenwettkämpfe.

Noch am 10.11. hatte der BSV Rheinhausen-Bergheim dazu den SV Moers-Asberg zu Gast. In dessen Verlauf fielen Stand 1 und 3 aus, die Schützen mussten mitten im Durchgang die Bahnen wechseln. Am nachfolgenden Trainingstag des BSV ereilte Bahn 5 ihr Schicksal. Kreisvorsitzender Hans-Gerd Friedrich (SV St. Sebastian Hochemmerich) hatte den Schaden unverzüglich gemeldet, mit explizitem Hinweis auf die anstehende Meisterschaft. Erst auf erneute Nachfrage erhielt er die Antwort: eine Fachfirma müsse beauftragt werden, nicht vor dem neuen Jahr.

Dabei ist die Technik und ihr Problem den Vereinen nur allzu vertraut: Wie eine Seilbahn werden die Scheibenhalter auf zwei Tragseilen bis zum Kugelfang in 50 Metern Entfernung gezogen. Auf halber Strecke laufen die mehrere Kilo schweren Wagen mit knapp 20km/h an einer Aufhängung über Aluminiumschienen. Diese verbiegen sich mit der Zeit, bis sie schließlich den Scheibenwagen bei der Überfahrt aus den Seilen heben oder dieser sie abreißt. Um den Wagen wieder auf die Seile zu bringen, müssen die Rollen der Scheibenwagen abgeschraubt und die Überfahrschiene gerichtet werden. Eine Reparatur, die die Vereine selber übernehmen würde – einzig, die Anlagen gehören ihnen nicht.

Ohnehin entsprechen die störanfälligen Schießstände und das Schießen auf Pappscheiben schon lange nicht mehr den Anforderungen zeitgemäßen Schießsports. Standard sind elektronische Ziele, die die Treffer optisch oder akustisch im Zehntelmillimeter-Bereich erfassen. Das ist nicht etwa Torlinien-Technik, sondern der Kunstrasen des Schießsports – der aktuelle Zustand der Schießstände in Rheinhausen dagegen ist Ascheplatz. Allein, es fehlen die finanziellen Mittel, und Fördergelder können Vereine ohne eigene Anlagen nicht beantragen.

De facto stehen am kommenden Wochenende nun nur vier Stände für allein 44 Starter im KKa zur Verfügung, Stand acht ist für die Senioren-Disziplin nicht nutzbar, da sich an dieser Stelle der Durchgang auf die Schießbahn befindet und daher kein Auflage-Ständer vorhanden ist. Eine Lage benötigt 55 Minuten Schießzeit und ca. 15 Minuten zum Ein- und Auspacken, Einrichten am Stand, etc. Die KKa-Startzeiten am Samstag wurden daher nach hinten verschoben, die letzte Lage geht 16:40 statt 14:30 an den Start. Die Herren/Damen II und Senioren I/II sowie 3×20 und 50m wurden auf den Sonntag verschoben, an dem ursprünglich nur eine Lage Unterhebelrepertierer und eine Lage Liegendkampf geplant waren. Alles unter der Voraussetzung, dass nicht im Laufe des Wettkampftages nicht weiteren Stände ausfallen.

Auf 100 Meter war der Wurm drin

Mit gemischter Bilanz gehen die Sportler des BSV Rheinhausen-Bergheim aus dem Wettbewerb Kleinkalibergewehr (KK) 100 Meter hervor. Insgesamt 33 Schützen von Rheinhausen, SV Asberg, BSV Holderberg-Bettenkamp, SV Moers-Vinn, Sportschützen Rheurdt und Moerser Sportschützen traten an dem verregneten Novembervormittag auf der Vereinsanlage des BSV Einigkeit Holthausen in Voerde an.

100-Meter-Anlagen für den Schießsport sind rar, im Schützenkreis Moers unterhalten lediglich die Sportschützen Rheurdt eine einzige Bahn. Dennoch erfreut sich die Disziplin großer Beliebtheit unter den Gewehrschützen. Die überschaubare Teilnehmerzahl indes ist indirekt eine Folge der seit sechs Jahren andauernden Sperrung der Städtischen Schießsportanlage in Moers. Ohne Trainingsmöglichkeiten mit dem KK-Gewehr haben zahlreiche Schützen diese Disziplinen aufgegeben, bzw. aus waffenrechtlichen Gründen aufgeben müssen. So tritt etwa der SV Moers-Hülsdonk nicht mehr an. Die Verblieben allerdings nehmen die lange (und aktuell staulastige) Anfahrt über die A59 gerne in Kauf.

Für Rheinhausen sicherte Frank Bethge bereits in der ersten Lage morgens um 9 den Titel im KK-Gewehr Auflage der Senioren I. An seine 295 (vom 300) kamen nachfolgend weder der Asberger Georg Osburg (292) noch der Holderberger Frank Larem (251) heran. Gleiches gelang Kerstin Riekenberg, die erst seit gut einem Jahr für Rheinhausen schießt, bei den Seniorinnen I mit 290 vor der Rheurdterin Sonja Himmelberg (288).

Bei den höheren Altersklassen allerdings war teilweise der Wurm drin. Nach überwiegend Zehnern in der Probeserie kam Monika Breuer (Sen III w) nach dem Umschalten auf Wertungsschießen nicht wieder rein. Zu viele Neuner und vereinzelte Achter führten in ihrer Lieblingsdiziplin zu unzufriedenstellenden 282, mit denen sie im Laufe des Tages von Christine Schmitt (Moers SpSch, 287) und Birgit Jung (Asberg, 292) überholt wurde.

Ähnliche erging es Klauspeter Hennes (Sen IV) und Rolf Kroniger (Sen V). Hennes, für gewöhnlich an Anwärter auf die vorderen Plätze, machte ob der frühen Startzeit der Kreislauf zu schaffen. Eine Sechs in der ersten Serie war die Folge. Auch dass er sich in den zwei folgenden Serien auf 95 und 99 normalisierte, konnte das Ergebnis von 285 nicht retten. Bei Kroniger ruinierte eine einzelne fehlerhafte Patrone die zweite Serie (91) mit einer Zwei am unteren Rand der Scheibe. 286 reichten zwar immerhin noch für den zweiten Platz bei den Senioren V hinter Hubert Weihofen (Rheurdt), dessen 293 wären für Kroniger allerdings realistisch zu schlagen gewesen.

Schon anekdotische Qualität besitzt Walter Heßhaus‘ Angewohnheit, vor dem Start schlechte Ergebnisse zu prophezeien, und dann doch gut abzuschneiden. Diesem Ruf wurde er auch diesmal gerecht, wenngleich auch er mit 294 wenige Ringe hinter seinen Bestleistungen zurücklag. Auch er kam auf Platz zwei hinter Georg Meyer (Moerser SpSch, 297), gefolgt von Vereinskollegen Harald Breuer (293).

Mit nur einem Ring unterschied kamen so die Senioren III-Mannschaften Hennes, Heßhaus, Kroniger (865) und Breuer, Breuer, Fühauf (864) auf Platz zwei und drei hinter Rheurdt (873).

In der letzten Lage schließlich starteten die beiden laut Harald Breuer „Unverdrossenen“ Daniela Breuer (Damen II) und Marcel Doll (Vinn, Herren II). Anders als die Holderberger Manuel Dittner und Yvonne Dykrzak, die die Möglichkeit nutzten, bereist als Herren/Damen II aufgelegt zu schießen, traten die beiden mit dem KK-Gewehr freihändig an. Als einzige Starter in ihren jeweiligen Disziplinen und Klassen hatten alle vier ihre Titel sicher. Nichtsdestotrotz gelang Daniela Breuer in einem geradezu tiefenentspannten Durchgang und trotz zweier Achten ein neuer persönlicher Rekord von 283 Ringen – rund zehn mehr als ihre üblichen Ergebnisse in der 100-Meter-Disziplin. Doll musste sich mit 269 zufriedengeben.

Ebenfalls an diesem Wochenende stand außerdem die Luftpistole Auflage der Senioren in beim SV Neukirchen auf dem Programm. Adam Jemiola (Sen III) kam hier für Rheinhausen mit 285,7 auf Platz drei hinter den Rheurdtern Detlev Rudnick (286,1) und Arne Eickhoff (297,0). Ebenfalls Dritter wurde Friedhelm Reusch bei den Senioren IV mit 282,2, gefolgt von Vereinskollge Udo Knieper (260,0), hinter Berthold Janz (290,3) und Thomas Heckmann (297,7, beide Rheurdt).

Für den BSV Rheinhausen-Bergheim erhöht sich die Erfolgsbilanz damit aus 13 Kreismeistertitel, sieben zweite und sechs dritte Plätze nach 43 Starts.

Am kommenden Wochenende, 22.11., steht ein kurzes Zwischenspiel mit der 25-Meter-Pistole Auflage und Beidhändig an. Hier gehen für Rheinhausen Udo Knieper und Marcus Schröder an den Start. Am 29. und 30. folgt dann das große KK-Gewehr-Wochenende in der Sporthalle Krefelder Straße in Rheinhausen mit den Diszplinen KK Auflage, den (ex)-olympischen Dreistellungskampf und Liegendkampf, KK-Gewehr freihändig und Unterhebelrepertierer, sowie die 50-Meter-Pistole in Rheurdt.

Wenn Zehntel zum Titel fehlen

Mit über 70 Startern im Luftgewehr Auflage, knapp 40 in der 25-Meter-Pistole und knapp 30 in Zentralfeuerpistole und Standardpistole ist das dritte Wettkampfwochenende der Moerser Kreismeisterschaft über die Bühne gegangen. Besonders in der stark besetzten Senioren-Disziplin konnte der BSV Rheinhausen-Bergheim dabei seine Medaillenbestand erweitern. Nicht wenige Wettbewerbe wurden dabei in nur wenigen Ringen, teilweise sogar nur in den Nachkomma-Stellen entschieden.

Auf den Mannschaftstitel der Senioren I/II traf dies allerdings nicht zu. Hier waren mit Thomas Hopp und Markus Wolfgarten zwei der besten Rheinhauser Auflage-Gewehrschützen am Start. Bei Markus Wolfgarten reichten in der Einzelwertung 301,4 bei den Senioren I nur für Platz vier. Kreismeister wurde mit 308,0 Hartmut Schaale vom auch in den Rundenwettkämpfen führenden PSSV Moers, gefolgt von Klaus John von der ASG Hochstraß (303,0) und Georg Osburg (302,6, der beim SV Asberg in der zweiten Mannschaft schießt. Thomas Hopp dagegen holte mit 309,6 den Einzeltitel der Senioren II mit deutlichem Abstand vor Detlev Rudnick von den Sportschützen Rheurdt (301,1). Als dritte im Bunde wurde Marina Hopp mit 299,6 Kreismeisterin der Seniorinnen II. Sie hatte nur Klaudia Jung von SV Asberg als Konkurrenz, der Abstand betrug aber nur 1,7 Ringe. Gemeinsam kamen Hopp, Hopp und Wolfgarten auf 910,6 Ringe und damit die Mannschaft des BSV Holderberg-Bettenkamp um 19,2 Ringe hinter sich.

Bei den Senioren III/IV waren gleich zwei Rheinhauser Mannschaften am Start. Das bewährte Zusammenspiel aus Rolf Kroniger, Klauspeter Hennes und Walter Heßhaus, die auch den Kern der ersten Rundenwettkampf-Mannschaft der Rheinhauser bilden, holte mit 912,3 erwartungsgemäß eine Medaille – Platz zwei hinter der dem SV Asberg (913,6) In der Einzelwertung der Senioren IV wurde Hennes Vizemeister (304,5) hinter dem Hochemmericher St. Sebastianer Hans-Gerd Friedrich (306,3), der für Asberg antritt. Den gleichen Platz sicherte sich Rolf Kroniger bei den Senioren V. Mit 307,8 war er ringgleich mit Hubert Weihofen (Rheurdt). In der entscheidenden letzten Serie lag Weihofen jedoch mit 103,0 vorne, Kroniger hatte nur 101,1.

Die zweite Mannschaft aus Monika und Harald Breuer und Udo Kastner musste sich mit Platz fünf zufriedengeben, was hauptsächlich an ungewöhnlich schwachen 292,9 von Harald Breuer lag. In der Einzelwertung landete er damit bei den Senioren IV auf Platz sieben, während Kastner (302,7) sich als Auflagegewehr-Neueinsteiger direkt hinter Vereinskollege Hennes auf Platz drei einreihte. Einen persönlichen Triumph feierte Monika Breuer (302,7) bei den Seniorinnen III, wenngleich auch sie nur auf Platz zwei hinter Birgit Jung (303,1, Asberg) kam. Lange hatte sie mit der Luftgewehr-Disziplin gehadert, ehe sie sich in dieser Saison dazu entschlossen hatte, im Sitzen zu starten – ab Senioren III (66 Jahre) erlaubt. Zum ersten Mal seit 2019 erreichte sie auf einer Meisterschaft wieder ein Ergebnis über 300 und der Abstand zu Platz eins betrug nur 0,4 Ringe.

Eine Einzelplatzierung erreichte außerdem Christian Striegler (298,8) bei den Herren II: Platz drei hinter Dirk Dykrzak (302,9) und Manuel Dittner (301,9) vom BSV Holderberg-Bettenkamp.

Erstmalig waren in diesem Jahr hatte der BSV auch zwei Mannschaften in der 25-Meter-Pistole am Start. Das Team aus Bader Sager (233), Olaf Berg (115) und Adam Jemiola (263) wurde vierter, Mannschaft 2 aus Udo Knieper (158), Peter Kubitza (227) und Udo Kastner (156) fünfter. Der Titel ging an die Moerser Sportschützen (777), gefolgt von den SpSch Rheurdt (718) und dem Bergheimer SV (667). So erwies sich die Rheinhauser Mannschaftszusammensetzung, ausgehend von den Ligaergebnissen der abgelaufenen Saison, als ungünstig. Mit Kubitza wäre die erste Mannschaft auf 723 und damit auf Platz zwei gekommen. Dem gegenüber steht immerhin die zuverlässigen 263 von Adam Jemiola, tritthöchstes Ergebnis im gesamten Starterfeld, das ihm erneut den Einzeltitel der Herren IV einbrachte.

Damit steigern die Rheinhauser ihre Erfolgsbilanz nach 31 Starts auf zehn Kreismeistertitel, vier zweite und drei dritte Plätze. Weitere Medaillenchancen stehen am kommenden Wochenende bei den Wettbewerben im Kleinkalibergewehr über 100 Meter in Voerde-Holthausen an.

Sportnachwuchs setzt Zeichen bei der Kreismeisterschaft

Mit den Wettbewerben in der olympischen Kerndisziplin 10 Meter Luftgewehr hat bei der Kreismeisterschaft Sportschießen des Schützenkreises Moers die Konkurrenzphase begonnen. Am vorherigen Wochenende standen bereits die eher nieschige Disziplin Blasrohr, ausschließlich mit Teilnehmern des BSV Eversael, sowie die quasi-historischen Disziplinen wie Vorderlader, Ordonanzgewehr oder Perkussionsrevolver bei den Moerser Sportschützen in Utford auf dem Programm.

Gastgeber für den Luftgewehr-Wettbewerb war auch in diesem Jahr der SV Moers-Vinn.

Moerser Schießsportzentrum seit 2019 geschlossen

Zum Hintergrund: Bis 2019 wurde nahezu die gesamte Kreismeisterschaft Sportschießen des Schützenkreises Moers auf der städtischen Sportanlage im Henri-Guidet-Zentrum in Moers-Kapellen ausgetragen. Während der Schließung in der Pandemie wurde Sanierungsbedarf bei den Lüftungsanlagen festgestellt. Im nunmehr im sechsten Jahr ist die Anlage mit 18 10-, zehn 25- und zehn 50-Meter-Bahnen geschlossen, ohne dass etwas daran getan wird. Seither fehlt den Moerser und Neukirchen-Vluyner Vereine eine Trainings- und Wettkampfstätte für zentrale Disziplinen wie Kleinkaliber-Sportgewehr oder Sportpistole. Die Auswirkung zeigt sich mittlerweile deutlich in den rückläufigen Teilnehmerzahlen bei den nun dezentralen Meisterschaften.

Dass die Teilnehmerzahl auch beim Luftgewehr überschaubar war, hängt allerdings weniger mit den Trainingsmöglichkeiten zusammen – die teilnehmenden Vereine SV Moers-Vinn, SV Moers-Hülsdonk, BSV Holderberg-Bettenkamp, SpSch Rheurdt und BSV Rheinhausen-Bergheim können auf vereinseigenen bzw. städtische (Rheinhausen) 10-Meter-Anlagen zurückgreifen. Vielmehr schlägt hier die Altersstruktur der Vereine durch. Die Mehrheit der Sportler ist jenseits der 50 und greift lieber auf die Auflage-Disziplinen der Senioren-Klassen zurück.

Um so mehr stach der Sportnachwuchs des BSV Rheinhausen-Bergheim heraus. Bedingt durch die Zwei-Jahres-Staffelung der Altersklassen starteten Adrijan Rajkovic (Schüler m), Jonas Liebig (Jugend m), Nicole Scharf (Jugend w) und Lucia Nannig (Junioren II w) jeweils als einzige in ihren Klassen und hatten so den Titel sicher. Gleiches galt für Daniela Breuer (Damen II), die, obwohl für ihre Altersklasse im Rheinischen Schützenbund bereits der Auflage-Wettbewerb ausgeschrieben ist, dem freihändigen Gewehr die Treue hält.

Allerdings waren die Rheinhauser auch klassenübergreifend mit ihren Mitbewerbern auf Augenhohe. Mit 383,1 legte Daniela Breuer das zweitbeste Ergebnis im gesamten Wettbewerb nach Patrick Cerecki (Hülsdonk, Herren I, 398,0) hin, trotz einer indiskutablen 6,8 und einer 7,7 in der ersten Serie. Auch den zweitplatzierten Herren I, Andre Larem (Holderberg, 379,4), und die beiden Herren II Marcel Doll (Rheurdt, 379,8) und Sebastian Bunde (Vinn, 376,6) ließ sie hinter sich.

Nicole Scharf, die im vergangenen Jahr als Schülerin bereits den Rheinischen Schützenbund beim nationalen Nachwuchswettbewerb Shooty-Cup in München vertreten hatte, startete in der Jugendklasse erstmalig mit dem vollen 40-Schuss-Programm. Dabei blieb sie mit 349,2 deutlich hinter ihren jüngsten Trainingsergebnissen, zuletzt in den 370ern, zurück – die zweite Serie geriet unter 90 Ringe. Dennoch war sie damit bereits den Damen I Rebecca Schatten (Hülsdonk, 326,5), Jana Krebs (Holderberg, 325,5) und Ann-Kathrin Eichner (Hülsdonk, 314,4) deutlich voraus. Juniorin Lucia Nannig hätte sich mit 324,5 ebenfalls problemlos in der höheren Altersklasse einreihen können. Auch Jonas Liebig 311,7 erwiesen sich, trotz technischer Schwächen in der letzten Serie, als bereits anschlussfähig.

Zusammen mit dem Titel, den Harald Breuer am gleichen Nachmittag in der gering besetzten Disziplin Zimmerstutzen Auflage in der Klasse Senioren IV, starteten die Rheinhauser Sportschützen so mit insgesamt sieben ersten Plätzen und einem dritten Platz in die Kreismeisterschaft 2026. Aussichten auf weitere Platzierungen bestehen bereist am kommenden Wochenende in den Disziplinen Luftgewehr Auflage und 25 Meter Pistole.

PSV dominiert Pistole – dennoch drei Titel

Mit den Pistolenwettbewerben am zweiten Wochenende sind die Duisburger Stadtmeisterschaften 2025 im Sportschießen abgeschlossen. Ausgetragen wurden die Disziplinen 10m Luftpistole und Luftpistole Auflage, 50m Pistole, 25m Pistole Sportpistole, beidhändig und Auflage, sowie 25m Standardpistole. Grade rechtzeitig waren die drei beschädigten 50-Meter-Bahnen in der Sporthalle Krefelder Straße wieder funktionsfähig gemacht worden.

Mit insgesamt 53 Starts war die Schießsportabteilung des PSV Duisburg hier klar am stärksten vertreten, gefolgt von 28 vom ETuS Wedau, gleichwohl etliche Sportler in zwei oder mehr Disziplinen antraten. 8 Starts absolvierten die Pistolenschützen des BSV Rheinhausen-Bergheim. Drei Starts verzeichnete außerdem der BSV Wedau in den Senioren-Disziplinen mit aufgelegter Pistole.

Nachwuchsschützen dagegen traten in den Pistolenwettbewerben nicht an. Schon am Gewehrwochenende war es ausschließlich der BSV Rheinhausen-Bergheim, der Schüler, Jugend- und Juniorenklassen im Luftgewehr an den Start brachte. In den Vereinen mit Schwerpunkten auf die Pistolendisziplinen fehlen diese scheinbar.

Dementsprechend startete die Einsteigerdisziplin Luftpistole auch mit der Klasse Herren/Damen I (ab 21). Die Titel gingen mit Nils Nierth (366) und Anna Bonet (341, einzige Starterin) an den PSV, ebenso wie Damen II (Ann-Kathrin Bauroth, 310) und Herren III (Murat Isik, 356). Bei den Damen IV war Silke Woller (266) die einzige Starterin.

Bei den Herren II mussten die PSV-Schützen dagegen hinter dem Rheinhauser Martin Breuer zurückstehen. Berufsbedingt kaum beim Training, setzte er sich dennoch mit 360 deutliche vom Zweitplatzierten Jens Golla (345) ab. Gleiches galt für die Herren IV, wo Jochen Weber vom ETuS Wedau mit 344 vor Peter Kubitza (Rheinhausen, 335) Stadtmeister wurde. Bei den Herren V trat nur Dieter Velvendick (ETuS, 331) an.

In der Senioren-Disziplin Luftpistole Auflage dagegen mussten die ETuS-Schützen hinter Rheinhausen (Udo Knieper, Sen III, 249,8) und Wedau (Wolfgang Walter, Sen IV, 269,7) zurückstehen, während bei den Seniorinne IV und Senioren V nur die Wedauer Sieglinde Ohl (279,8), bzw. Klaus Peter Kroll (265,3) an den Start gingen.

Gering war der Zuspruch bei der als technisch schwierig geltenden 50-Meter-Pistole. Nur fünf Schützen fanden sich für diese Disziplin. Bei den Herren I siegte Nils Nierth (PSV, 209) vor Vereinskollegen Paul Georg Baaske (171). Den Titel der Herren IV holte Jochen Weber (228) vor Thorsten Mank (198, beide ETuS) und Peter Kubitza (172, Rheinhausen).

Seinen dritten Stadtmeistertitel sicherte sich Nils Nierth in der 25-Meter-Pistole (261). Die Titel der Herren II (Sven Nijs, 218) und III (Murat Isik, 253) gingen ebenfalls an den PSV. Bei den Herren III durchbrach lediglich der Rheinhauser Sager Bader (Platz 3, 244) die Reihe der Polizeisportschützen. Bei den Herren IV und V dagegen gingen die Titel mit Jochen Weber (249) und Dieter Velvendick (218) an den ETuS. Peter Kubitza (217), Olaf Berg (195 und Udo Knieper (152) kamen für Rheinhausen auf Platz 6, 8 und 10.

Knieper war auch der einzige Starter der Senioren-Disziplin 25m-Pistole Auflage und erreichte 238 Ringe. Größerem Zuspruch erfreute sich dagegen die beidhändige 25m-Pistole, gleichwohl auch hier die Titel der Senioren I – IV an den PSV gingen.

In den Damen-, bzw. Seniorinnen-Klasse trat übrigens abseits der Luftpistole niemand an – und dies, obwohl die 25m-Meter-Pistole für Damen olympisch ist, nicht aber für Herren. Von Männersache kann in dieser Disziplin eigentlich keine Rede sein.

In der Standardpistole dagegen, in der zwölf Serien zu fünf Schuss in immer kürzeren Zeitlimits bis hin zu zehn Sekunden geschossen werden, zählte auch Anna Bonet zu den die zwölf Startern des PSV, allerdings bei den Herren I, da in dieser Disziplin keine eigene Damenklasse ausgeschrieben ist. Dazu gesellten sich bei den Herren IV drei vom ETuS Wedau. In dieser Klasse wurde dann auch Jochen Weber mit 478 Stadtmeister. Den vierten Titel in der vierten Disziplin verpasste Nils Nierth (446) und wurde zweiter hinter Paul Georg Baasken (473), bei den Herren II und III siegten Sven Nijs (442) und Marius Peter Martynko (470).

Der PSV hätte bei der starken Starterzahl seine Titel sogar noch steigern können, hätte er nicht auf die Meldung von Mannschaften verzichtet. So blieben die Team-Wertungen in den Händen von Rheinhausen, ETuS und Wedau. Nach Rheinhausen ging der Titel in der Luftpistole der Herren I, nach Wedau in der Luftpistole Auflage, zum ETuS Luftpistole Herren III, 25m Pistole beidhändig und Standardpistole Herren I mit jeweils der einzigen gemeldeten Mannschaft. Die einzige Mannschaftskonkurrenz ergab sich in der 25m-Pistole der Herren III zwischen ETuS (702) und Rheinhausen (564).

10 Titel am ersten Wochenende

Am ersten Wochenende der Stadtmeisterschaft Sportschießen 2025 hat der BSV Rheinhausen-Bergheim 1925 e.V. gleich zehn Titel auf die linke Rheinseite geholt, dazu je fünf zweite und dritte Plätze.

Allein die Hälfte davon steuerte am Samstag auf dem Schießstand des BSV Wedau die Jugend mit dem Luftgewehr bei. Die Rheinhauser hatten den einzigen Nachwuchs, der an diesem Wochenende an den Start ging. Zunächst hatte es Verwirrung um die Altersklasseneinteilung gegeben. Laut Ausschreibung sollten die Klassen des Jahres 2025 gelten. Das neue Sportjahr 2026 beginnt jedoch am 1. Oktober, die aktualisierte Software teilte die Schützen nach den aktuellen Altersklassen ein. So fanden sich die Rheinhauser Schüler plötzlich in der Jugendklasse wieder und hätten 40 statt 20 Schuss absolvieren müssen. Es blieb aber dann beim Halbprogramm. So wurde Adrijan Rajkovic (101,8, Schüler m), Jonas Liebig (174,7, Jugend m) und Nicole Scharf (179,2, Jugend w) sowie die Juniorin Lucia Nannig (297,3) jeweils Stadtmeister.

War der Nachwuchs ein Rheinhausen-interner Wettbewerb, sah es bei den Herren und Damen mit dem Luftgewehr ähnlich aus. Nachdem die Rheinhauserin Daniela Breuer ihren Start kurzfristig nicht hatte wahrnehmen können, war Victoria Szemeit (Damen I) vom BSV Hamborn Marxloh die einzige Luftgewehr-Starterin, die nicht von DJK Buchholz kam. Mit 377,7 wurde sie zweite hinter Svenja Krüger (403,0). Nach Buchholz gingen die Titel der Herren I (Nico Wenders, 360,1), Herren II (Michael Niesta, 383,3), Damen II (Nicole Dechnar, 392,5), Herren III (Frank Wenders, 393,7) und Alois Buschfort (360,3).

Auch im Luftgewehr Auflage dominierten zwei Vereine das Starterfeld: acht Starter vom BSV Wedau und sieben vom BSV Rheinhausen Bergheim. Dazu kamen vier aus Buchholz, je drei von BSV Hamborn-Marxloh und der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1420 und ein Starter der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Duissern, verteilt auf die Altersklassen Herren II und Senioren m und w I bis VI. Die Titel der Herren II, Senioren I m und w und Senioren III m gingen dabei mit Michael Niesta (308,2), Frank Wenders (317,2), Sabine Lawrenz (313,2) und Alois Buschfort (309,7) nach Buchholz.

Senioren II m und w holten Thomas (310,3) und Marine Hopp (298,8) nach Rheinhausen, ebenso wie Rolf Kroniger (308,1) bei den Senioren V. Klauspeter Hennes fehlten mit 306,5 nur 0,4 Ringen für den Titel bei den Senioren IV. Der ging mit 306,8 an Wolfgang Walter von Wedau, ebenso wie bei den Senioren III w (Monika Mai, 310,3)

Einzige Starterin bei den Senioren V w war die Duissenerin Monika Blümel (285,2), während bei den Senioren IV m die St. Sebastianer Lothar Bargel (301,0) und Wilfried Michels die Plätze unter sich ausmachten.

Am Sonntag folgten die Wettbewerbe im Kleinkalibergewehr Auflage. Hier hatte zunächst Ort und Zeit für Verwirrung gesorgt, war in der Ausschreibung doch das kommende Wochenende und die Sporthalle Krefelder Straße angegeben. Stattdessen fand sich auf den Startbenachrichtigungen der 05.10. und der Schießstand der KKS Brünen in Hamminkeln(!) – eine Stunde Anfahrt zur Stadtmeisterschaft. Prompt konnten zwei Starter des BSV Rheinhausen-Bergheim nicht antreten, sie waren bei der Meldung vom zweiten Wochenende ausgegangen. Anbetracht des Zustandes des der überalterten Sportanlagen in Rheinhausen – nach Reparatur(!) sind von acht 50-Meter-Bahnen nur fünf funktionsfähig – gibt es für den Schießsport in Duisburg wenig Möglichkeiten, Meisterschaften durchzuführen. In Brünen allerdings hatten etliche Schützen, die altersbedingt im Sitzen schießen, mit zu hohen Auflagenständern zu kämpfen, die ein genaues Ansetzen des Gewehrs zum Teil unmöglich machten – in einer Präzisionssportart eigentlich ein Unding.

Dennoch brachte der BSV Rheinhausen-Bergheim an zweiten Tag mit acht Schützen das größte Teilnehmerfeld an den Start. Von Buchholz traten zwei an, von Wedau fünf, von den St. Sebastianern 1420 drei. Entsprechen brachten auch nur Rheinhausen zwei und Wedau eine Mannschaft in der offenen Seniorenklasse zusammen.

Die Buchholzer Michael Niesta (Herren II, 299,8) und Frank Wenders (Senioren I, 296,7) waren in ihren Klassen Einzelstarter. Bei den Senioren III m holte Peter Kubitza (295,5) den Titel vor Michale Cramer (1420, 283,4) nach Rheinhausen, bei den Senioren III w ging er mit Monika Mai (296,6) nach Wedau.

Am stärksten vertreten waren die Senioren IV m, klar dominiert von Rheinhausen. Ironischerweise holte hier ausgerechnet Wolfgang Samel mit 290,7 den Titel, dessen Erstverein der SV Moers-Vinn ist. Ihm folgten Walter Heßhaus auf Platz zwei mit nur 0,3 Ringen Unterschied (290,4), Klauspeter Hennes (286,6) und Harald Breuer (282,4). Rolf Kroniger (285,9) musste sich bei den Senioren V mit Platz zwei hinter Jochen Herzog (287,9, Wedau) zufriedengeben. Die Starter der Senioren IV waren, wie im Luftgewehr Auflage Lothar Bargel (299,9) und Wilfried Michels (296,2) von den St. Sebastianern 1420.

Am kommenden Wochenende wird die Stadtmeisterschaft mit den Pistolenwettbewerben fortgesetzt, diesmal in Rheinhausen.

Medaillenloses Wochenende

Das vorletzte Wochenende der Bezirksmeisterschaft Linker Niederrhein ist für den BSV Rheinhausen-Bergheim ohne Medaillen geblieben. Auf dem Programm standen das Kleinkalibergewehr Auflage (KKa) der Senioren über 100 Meter und die 25-Meter-Pistole. Besonders KKa verlief für die Rheinhauser enttäuschend.

Im KKa 100m hatten die Qualifikationszahlen von der Kreis- zur Bezirksmeisterschaft – im vergleich zu den anderen Gewehrdisziplinen – bereits unverhältnismäßig hoch gelegen. Dies mag seinen Grund darin haben, dass der vom Bezirks 03 genutzte Stand beim SFT St. Tönis nur über vier Bahnen verfügt. Dadurch ist die Zahl möglicher Startplätze stärker limitiert als etwas im KKa 50m, für das in Krefeld-Girmesgath rund 20 Bahnen vorhanden sind.

Entsprechend hatten sich vom BSV Rheinhausen-Bergheim diesmal auch nur drei Starter qualifiziert. Klauspeter Hennes (Sen III), Walter Heßhaus (Sen IV) und Rolf Kroniger (Sen V). Waren Kroniger mit 295 Ringen noch Kreismeister und Heßhaus mit 292 zweiter geworden, kamen alle drei Senioren beim Bezirk nicht in die 290er.

Klauspeter Hennes war mit 289 bester Rheinhauser und wurde damit vorletzter der Senioren III auf Platz 7. Kreismeister Bernd Flemming vom SC Tell Schmalbroich hatte 298 Ringe. Walter Heßhaus und Rolf Kroniger Schossen beide 285 und kamen auf den letzten Platz ihrer Altersklassen, Heßhaus Platz 13, Kroniger Platz 8. Entsprechend kam auch die Mannschaft mit 859 nur auf den letzten zehnten Platz. Bezirksmeister Senioren IV wurde Manfred Hein (300, Schmalbroich), bei den Senioren V holte Heinz Hellriegel (296, BSV Drüpt) den Titel,

Bei der 25-Meter-Pistole mussten die Rheinhauser zwei Ausfälle hinnehmen: Bei den Herren I Joel Hartschen, bei den Herren IV Olaf Berg. Durch letzteren kam auch die Mannschaft nicht zustande.

Zum ersten Mal mit der Sportpistole dabei war Sager Bader bei den Herren III. Seine 235 brachten ihn auf Platz 17 von 19. Bezirksmeister Thomas Rheiner vom ASV Süchteln-Vorst holte den Titel mit 268. Den Sprung auf Treppchen verpasste Adam Jemiola bei den Herren IV mit 233 deutlich hinter dem mit 240 Ringen Drittplatzierten Udo Scharff vom SFT St. Tönis. Der dritte Rheinhauser Peter Kubitza kam mit 206 auf Platz 6. Bezirksmeister der Herren IV wurde Erich Hellbrock vom Polizei SV Krefeld. Der Vizemeistertitel indes ging mit Joachim Schiebel vom SV Neukirchen immerhin in den Schützenkreis Moers.

Am kommenden Wochenende stehen mit der beidhändigen Sportpistole, den (vormals) olympischen Kleinkalibergewehr-Disziplinen Dreistellungskampf und Liegendkampf sowie dem Unterhebelrepertierer die letzten Entscheidungen der Bezirksmeisterschaft 2025 an. Für Rheinhausen gehen Marcus Schröder mit der Pistole, Daniela Breuer mit dem KK-Gewehr und Alfons Richter mit dem Repertierer an den Start.

Zweimal Silber, einmal Bronze

St. Helena war den Luftgewehr-Auflage-Schützen des BSV Rheinhausen-Bergheim nicht gewogen. Bei der Bezirksmeisterschaft auf dem Stand des frischgebacken Drittligisten SpSch St. Helena Xanten gelangen es den Herren II und Senioren mehrheitlich nicht, in die Medaillenränge vorzustoßen.

Dabei hatte nicht jeder Grund, selbstkritisch zu sein. So erreichte Christian Striegler bei den Herren II (41-50) mit 305,3 ein für seinen Leistungsstand gutes Ergebnis, das an die 314,0 des Bezirksmeisters Christian Boetzkes vom SV Gut Schuss Brüggen nicht heranreichen konnte. Selbst Vizemeister Manuel Dittner, vom BSV Holderberg-Bettenkamp ebenfalls Vertreter des Schützenkreises Moers lag mit 309,8 deutlich hinter dem Erstplatzierten.

Auf ähnlich hohem Niveau bewegten sich auch die Seniorenklassen. Mit 316,6 ging der Titel bei den Senioren I an Oliver Elsner vom BSV Drüpt. Der Rheinhauser Thomas Hopp kam mit 310,7 auf Platz 8 vom 26 Startern.

In der Klasse Senioren III hatten die Rheinhauser gleich sechs Schützen am Start, vom denen jedoch keiner ein Ergebnis in den 310ern erreichte. Bei den Männern Schnitt Klauspeter Hennes mit 308,5 am besten ab und kam auf Platz zehn. Mit Abstand folgten Harald Breuer (302,8), Alfons Richter (301,8) und Peter Kubitza (299,9) auf Rang 17, 19 und 20 vom 27 Teilnehmern. Bezirksmeister der Senioren III wurde Wolfgang Nohner vom SC Tell Schmalbroich mit 314,9. Bei den Frauen reichten für Monika Breuer 297,9 nur für Platz sechs von sieben.

Sichtlich unzufrieden zeigte sich auch Walter Heßhaus bei den Senioren IV. Bei gerade einmal eine der drei Serien kam er auf genau 100,0 Ringe. Mit dem Endergebnis von 295,6 wurde er 26. Von 28.

Glänzen konnte lediglich Rolf Kroniger bei den Senioren V. Mit 312,5 musste er sich nur Hendrik Willems (315,8) von der SSG Kevelaer geschlagen geben. Damit hievte Kroniger die erste Mannschaft der Rheinhauser aus Kroniger, Heßhaus und Hennes auf Platz 15 ins Mittelfeld. Die zweite Mannschaft aus Breuer, Breuer und Kubitza landete auf dem vorletzten 21. Platz.

Peter Kubitza war an diesem Wettkampftag darüber hinaus auch der Spagat gelungen, am Nachmittag in Xanten im Luftgewehr Auflage anzutreten, am späten Vormittag in St. Tönis (Tönisvorst) jedoch bereist 50-Meter-Pistole zu schießen – ohne Auto. Mit 199 kam er bei den Herren IV zwar nur auf Platz 6, dafür holte Vereinskollege Detlef Frühauf mit 211 den dritten Platz, direkt gefolgt von Adam Jemiola mit 208. Zusammen holten sie mit der Mannschaft Platz zwei hinter dem SFT St. Tönis.

Für Kubitza und Jemiola, zusammen mit weiteren Pistolenschützen des BSV Rheinhausen-Bergheim, stehen am kommenden Wochenende gleich die nächsten Wettkämpfe an, dann in der 25-Meter-Pistole.

Titel durch antreten

Das vergangene Wochenende hat die ersten Bezirksmeistertitel für den BSV Rheinhausen-Bergheim eingebracht – mit demografischem Vor- und Trainingsstättennachteil. Sowohl Daniela als auch Harald Breuer profitierten davon, die einzigen Starter in ihren Disziplinen und Altersklassen zu sein.

Daniela Breuer ging als einzige Dame II (41. – 50. Lebensjahr) mit dem Kleinkaliber-Sportgewehr über die 100-Meter-Distanz an den Start und erreichte bei traumhaftem Wetter auf dem Freiluftstand der SFT ST. Tönis 266 vom 300 Ringen. Die 100-Meter-Disziplin gilt zwar als ausgesprochen beliebt, allerdings sind die entsprechenden Sportanlagen dünn gesät. Neben den 4 Bahnen in St. Tönis verfügen nur die Sportschützen Rheurdt über ein einzelne 100-Meter-Bahn. Ernsthaftes Training für die Meisterschaften ist so kaum möglich. Auch die Rheinhauser können die Disziplin auf den 50-Meter-Bahnen in der Sporthalle Krefelder Straße nur mit auf die halbe Entfernung verkleinerten Scheiben improvisieren.

Noch mehr ins Orchideenfach der Schießsportdisziplinen geht der Zimmerstutzen, ein Gewehr, bei dem ein 4,5mm große Bleikügelchen nur durch den Impuls eines lose eingelegten Zündhütchens durch den kurzen, führungslosen Lauf geschossen wird – in Sportschützenkreisen auch Glücksschießen genannt. Hier war Harald Breuer beim Bezirk der einzige Senior III (66 – 70) und erreichte 267 von 300. Auch diese Disziplin lässt sich in Rheinhausen ohne 15-Meter-Stand nur improvisiert trainieren, u.a. durch einen selbstgebauten Gehmannkasten, durch den ein Band mit Schießscheiben läuft, der jedoch jedes Mal auf dem Kleinkaliberstand auf- und wieder abgebaut werden muss.

Neben den Gewehr-, waren an diesem Wochenende auch die Luftpistolen-Schützen gefragt. Hier blieben die Rheinhauser knapp hinter den Medaillenplätzen zurück. In seinem letzten Jahr bei den Herren I (21 – 40) kam Martin Breuer mit 362 von 400 Ringen auf Platz sechs, ebenso wie Christian Striegler mit 325 bei den Herren II. Durch den Ausfall vom Joel Hartschen entfiel die Mannschaftswertung.

Bei den Herren IV (61 – 70) kam Adam Jemiola mit 342 auf den vierten Platz. Peter Kubitza tat es seinen Kollegen der jüngeren Altersklassen gleich und wurde mit 339 ebenfalls sechster.

Eine weitere Medaille für den BSV Rheinhausen-Bergheim holte Adam Jemiola schließlich mit der Luftpistole Auflage. In der Klasse Senioren II (61 – 65) wurde er mit 289,8 dritter nach Gereon Schröder (291,0) und Arme Eichhoff (292,5) von den Sportschützen Rheurdt.

Die bisherige Bilanz der Bezirksmeisterschaft 2025 zählt für den BSV Rheinhausen-Bergheim damit nun zwei erste Plätze, einen zweiten Platz und zwei dritte Plätze. Am kommenden Wochenende stehen mit den Wettbewerben im Luftgewehr Auflage der Senioren und der 50-Meter-Pistole noch einmal 15 Starts an. 20. – 23.03. folgen 10 Starter im KK-Gewehr 100m Auflage und der 25-Meter-Pistole. Den Abschluss machen am 29. und 30.03. die (ehemals) olympischen Gewehrdisziplinen Dreistellungskampf und 60 Schuss liegend, sowie sowie der Unterhebelrepertierer, mit jeweils einem Rheinhauser Starter.

Die ersten Medaillen sind da

Frauen und Kinder zuerst hieß es bei den Luftgewehr-Wettbewerben der Bezirksmeisterschaft des Bezirks 03 Linker Niederrhein. Am Samstag, 16.02.2025 traten die Damen und Nachwuchsklassen auf dem Schießstand der Sportschützen St. Helena Xanten. Am Sonntag folgten die Herren.

Für den BSV Rheinhausen-Bergheim waren Daniela Breuer (Damen II) und Nicole Scharf (Schüler weiblich) dabei. Beide Starterinnen holten dabei die ersten Medaillen bei Bezirksmeisterschaft 2025 für Rheinhausen. Nicole Scharf gelang dabei ein Überraschungserfolg im letzten Durchgang. Mit 176,2 Ringen setze sie sich damit deutlich vor Melia Reuters vom SC Tell Schmalbroich (156,5) und holte den Vizemeister-Titel. Für Gold allerdings war der Vorsprung von Julia Gawluk von der SSG Kevelaer mit 190,6 allerdings zu groß. Mit ihrer besseren zweiten Serie von 91,0 im 20-Schuss-Halbprogramm reichte Nicole Scharf gerade an die schlechtere Serie der Nachwuchsschützin vom mehrfachen Bundesliga-Meisters Kevelaer heran.

Bei den Damen II zwei verschenkte Daniela Breuer den zweiten Platz mit je einer vier in der ersten (88,8) und letzten Serie (88,3) des 40-Schuss-Programms. Dabei wären die 381,8 der zweitplatzierten Irene Meckl von St. Helena Xanten durchaus erreichbar gewesen. Zumal Breuer nach der ersten vier gleich mit dem höchstmöglichen Schuss (10,9) zur Aufholjagd ansetzte und die zweite und dritte Serie mit 98,6 und 97,0 besser schoss als die Konkurrentin. Die zweite vier ließ die Rheinhauserin dann aber mit einem Endergebnis von 372,7 auf dem Bronzeplatz zurück.

Nach der Pause am Wahl- und am darauffolgenden Karnevalswochenende stehen für den 08.03. die Disziplin Kleinkaliber Sportgewehr 100 Meter in St. Tönis sowie Luftpistole in Krefeld-Girmesgath und am 09.03. der Zimmerstutzen Auflage in Schmalbroich an. In den Gewehrdisziplinen geht für den BSV mit Daniela Breuer, bzw. Harald Breuer nur jeweils ein Teilnehmer an den Start. Bei den fünf Luftpistolenschützen ist vor allem mit Adam Jemiola bei den Herren IV zu rechnen.