Sie laufen wieder

Der Scheibenhalter saust los, bremst nach knapp 25 Meter ab, gleitet mit leichtem Rattern über die Aufhängung, beschleunigt wieder und rollt kurz vor dem Stopp bei 50 Metern aus.

Der erste Rundenwettkampf im Kleinkaliber Sportgewehr Auflage (KKa) der Saison 2026, traditionell ausgetragen zwischen zwei der drei Mannschaften des BSV Rheinhausen-Bergheim, wurde auch zum ersten Härtetest für die wieder instand gesetzte und technisch überarbeitete 50-Meter-Anlage in der Sporthalle Krefelder Straße.

Zum ersten Mal seit November vergangenen Jahres laufen alle acht Bahnen des über 50 Jahre alten Schießstandes wieder. Die Hauptstörquellen der vergangenen Jahre, die überfahrt am 25-Meter-Haltepunkt, wurde durch die Neueinstellung der elektronischen Motorsteuerung deutlich entschärft. Die langsame Überfahrt belastet die mechanischen Teile weniger, die Gefahr, dass die Scheibenwagen sich festfahren, dabei Überfahrschienen abreißen und aus den Seilen springen, ist nun deutlich gemindert. Im gleichen Zuge wurde mit den Endschaltern bei 25 und 50 Metern ein weiteres Ärgernis entfernt. Fuhr ein Wagen nicht richtig auf den Schalter auf, schaltete der Motor nicht auf Rückfahrt um. Die Schießbahn musste von Hand aus- und wieder angeschaltet werden, der Wagen kam in langsamer Sicherheitsfahrt zurück – im Wettkampf ein Zeitverlust für den Schützen. Nun steuert die Elektronik auch die Rückfahrt.

Entsprechend entspannt absolvierten die 1. und 3. KKa-Mannschaft des BSV am 15.06. ihren ersten Rundenwettkampf – der Sieg blieb ohnehin im Verein. Erstmalig in dieser Saison werden die Ergebnisse der dabei in Zehntelringen gewertet, wie es bei den Verbandsmeisterschaften seit knapp zehn Jahren Standard ist. Bei modernen elektronischen Schießanlagen ein Selbstverständnis, bei den veralteten Pappzielscheiben in Rheinhausen muss sich der BSV dagegen mit einer Auswertemaschine behelfen, die die Scheiben auf den Zehntelmillimeter genau scannt und das Ergebnis berechnet. Mit Spannung saßen die Mannschaften also im Auswertungsraum, beobachteten, wie ein roter Punkt und eine Zahl nach der anderen auf dem angeschlossenen Bildschirm auftauchten und diskutierte, wie sich die Ergebnisse gegenüber der Vorsaison änderten, wenn 10 nicht gleich 10 ist, sondern noch eine hohe oder niedrige Nachkommastelle einberechnet wird.

Mit 885,7 zu 875,4 Ringen ging er der Sieg dann an die als Gastmannschaft agierende erste Mannschaft, nicht unwesentlich getragen von Frank Bethges 301,7. Selbst in Zehntelwertung sind beim Kleinkalibergewehr Ergebnisse über 300 keine Selbstverständlichkeit.

Die Gelegenheit zur Revanche hat die Dritte dann beim Rückkampf am 29.06. Derweil war die erste Mannschaft im Luftgewehr Auflage zu ihrem ersten Auswärtskampf beim PSSV Moers zu Gast – diesmal auf vollelektronische Scheiben auf dem gemeinsamen Vereinsstand des PSSV und SV Asberg. Gegen den Gruppensieger der Gruppe 1 der vergangenen Saison verloren die Rheinhauser 922,7 zu 933,5. Mit Hartmut Schaale (311,1) und Detlef Waggelig (313,9) erreichten gleich zwei Schützen der Gastgeber Ergebnisse über 310. Der Rückkampf in Rheinhausen ist für den 08.10. angesetzt.