Mit den Wettbewerben in der olympischen Kerndisziplin 10 Meter Luftgewehr hat bei der Kreismeisterschaft Sportschießen des Schützenkreises Moers die Konkurrenzphase begonnen. Am vorherigen Wochenende standen bereits die eher nieschige Disziplin Blasrohr, ausschließlich mit Teilnehmern des BSV Eversael, sowie die quasi-historischen Disziplinen wie Vorderlader, Ordonanzgewehr oder Perkussionsrevolver bei den Moerser Sportschützen in Utford auf dem Programm.
Gastgeber für den Luftgewehr-Wettbewerb war auch in diesem Jahr der SV Moers-Vinn.
Moerser Schießsportzentrum seit 2019 geschlossen
Zum Hintergrund: Bis 2019 wurde nahezu die gesamte Kreismeisterschaft Sportschießen des Schützenkreises Moers auf der städtischen Sportanlage im Henri-Guidet-Zentrum in Moers-Kapellen ausgetragen. Während der Schließung in der Pandemie wurde Sanierungsbedarf bei den Lüftungsanlagen festgestellt. Im nunmehr im sechsten Jahr ist die Anlage mit 18 10-, zehn 25- und zehn 50-Meter-Bahnen geschlossen, ohne dass etwas daran getan wird. Seither fehlt den Moerser und Neukirchen-Vluyner Vereine eine Trainings- und Wettkampfstätte für zentrale Disziplinen wie Kleinkaliber-Sportgewehr oder Sportpistole. Die Auswirkung zeigt sich mittlerweile deutlich in den rückläufigen Teilnehmerzahlen bei den nun dezentralen Meisterschaften.
Dass die Teilnehmerzahl auch beim Luftgewehr überschaubar war, hängt allerdings weniger mit den Trainingsmöglichkeiten zusammen – die teilnehmenden Vereine SV Moers-Vinn, SV Moers-Hülsdonk, BSV Holderberg-Bettenkamp, SpSch Rheurdt und BSV Rheinhausen-Bergheim können auf vereinseigenen bzw. städtische (Rheinhausen) 10-Meter-Anlagen zurückgreifen. Vielmehr schlägt hier die Altersstruktur der Vereine durch. Die Mehrheit der Sportler ist jenseits der 50 und greift lieber auf die Auflage-Disziplinen der Senioren-Klassen zurück.
Um so mehr stach der Sportnachwuchs des BSV Rheinhausen-Bergheim heraus. Bedingt durch die Zwei-Jahres-Staffelung der Altersklassen starteten Adrijan Rajkovic (Schüler m), Jonas Liebig (Jugend m), Nicole Scharf (Jugend w) und Lucia Nannig (Junioren II w) jeweils als einzige in ihren Klassen und hatten so den Titel sicher. Gleiches galt für Daniela Breuer (Damen II), die, obwohl für ihre Altersklasse im Rheinischen Schützenbund bereits der Auflage-Wettbewerb ausgeschrieben ist, dem freihändigen Gewehr die Treue hält.
Allerdings waren die Rheinhauser auch klassenübergreifend mit ihren Mitbewerbern auf Augenhohe. Mit 383,1 legte Daniela Breuer das zweitbeste Ergebnis im gesamten Wettbewerb nach Patrick Cerecki (Hülsdonk, Herren I, 398,0) hin, trotz einer indiskutablen 6,8 und einer 7,7 in der ersten Serie. Auch den zweitplatzierten Herren I, Andre Larem (Holderberg, 379,4), und die beiden Herren II Marcel Doll (Rheurdt, 379,8) und Sebastian Bunde (Vinn, 376,6) ließ sie hinter sich.
Nicole Scharf, die im vergangenen Jahr als Schülerin bereits den Rheinischen Schützenbund beim nationalen Nachwuchswettbewerb Shooty-Cup in München vertreten hatte, startete in der Jugendklasse erstmalig mit dem vollen 40-Schuss-Programm. Dabei blieb sie mit 349,2 deutlich hinter ihren jüngsten Trainingsergebnissen, zuletzt in den 370ern, zurück – die zweite Serie geriet unter 90 Ringe. Dennoch war sie damit bereits den Damen I Rebecca Schatten (Hülsdonk, 326,5), Jana Krebs (Holderberg, 325,5) und Ann-Kathrin Eichner (Hülsdonk, 314,4) deutlich voraus. Juniorin Lucia Nannig hätte sich mit 324,5 ebenfalls problemlos in der höheren Altersklasse einreihen können. Auch Jonas Liebig 311,7 erwiesen sich, trotz technischer Schwächen in der letzten Serie, als bereits anschlussfähig.
Zusammen mit dem Titel, den Harald Breuer am gleichen Nachmittag in der gering besetzten Disziplin Zimmerstutzen Auflage in der Klasse Senioren IV, starteten die Rheinhauser Sportschützen so mit insgesamt sieben ersten Plätzen und einem dritten Platz in die Kreismeisterschaft 2026. Aussichten auf weitere Platzierungen bestehen bereist am kommenden Wochenende in den Disziplinen Luftgewehr Auflage und 25 Meter Pistole.