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Es bewegt sich wieder etwas im Schießsport

Mit reichlich Verspätung hatte der BSV Rheinhausen-Bergheim 1925 e.V. seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung geladen – die eigentlich schon 2020 hätte stattfinden sollen. Nach fast zwei Jahren weitgehenden Stillstand im Schießsport konnte der Vorstand um Geschäftsführer Klauspeter Hennes vermelden: es bewegt sich wieder etwas.

Nach der Feriensperrung findet seit Ende Juli wieder Training in der Sporthalle Krefelder Straße statt, dass von den Sportlern immer häufiger und regelmäßiger wahrgenommen wird. In Eigeninitiative hat der BSV Rheinhausen-Bergheim zudem zunächst den 50-Meter-Stand mit Schutzfolien ausgestattet. Der 25- und 10-Meter-Stand folgen, so dass in kurze unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder alle Schießbahnen genutzt werden können.

Auch hinsichtlich der Instandsetzung der Sportanlage gibt es Fortschritte. So konnte Alt-Vorsitzender Harald Breuer von ein Ortsbegehung mit dem zuständigen Sachbearbeiter und dem Bauleiter von DuisburgSport berichten. Dabei wurde ausdrücklich bekräftigt, dass seitens der Stadt ein Interesse am Erhalt der Anlage besteht. Zur Gewährung des Bestandsschutze ist angedacht, die vorhandene, zum Teil über 40 Jahre alte Technik grundlegend zu überholen und mechanische Verschleißteile komplett zu erneuern. Ein Vertreter der Herstellerfirma soll hinzugezogen werden.

Auch hinsichtlich des zweiten großen Themas zeigte sich so eine Perspektive. Denn auch 2021 wird für die Sportschützen im Westen die Kreismeisterschaft ausfallen. Der bisherige Austragungsort, die Schießanlagen im Henri-Guidet-Zentrum in Moers-Kapellen, ist nach wie vor gesperrt. Laut Information der Kreissportleitung erfolgt die Ausschreibung der Sanierungsarbeiten erste Ende des Jahres. Sollte sich die Anlage an der Krefelder Straße bis Herbst 2022 wieder in verlässlichem, wettkampftauglichem Zustand befinden, so stellte Breuer in seiner Eigenschaft als Langwaffen-Auflage-Referent fest, könnte der Kreis hier einen alternativen Austragungsort finden.

Weiter unklar indes bleibt die Lage bei den Rundenwettkämpfen. Zwar soll die Ligasaison 2022 regulär im Frühjahr starten, doch fehlt einem Großteil der Moerser Vereine der Trainings- und Wettkampfort für die Begegnungen in Kleinkaliber-Gewehr und Sportpistole.

Erfolg vermelden konnte der Vorstand außerdem für den Tag der Offenen Sportstätte, der unter dem Banner des Stadtsportbundes erstmals am 04. September stattgefunden hatte. Über 20 Interessierte hatte den Weg an die Krefelder Straße gefunden und den Schießsport authentisch kennengelernt. Drei neue Mitglieder konnten sofort gewonnen werden.

Neben all den Sachthemen standen außerdem verschobene Ehrungen und nicht zuletzt Vorstandswahlen an. Während Marc Rocke als zweiter Vorsitzende und Klauspeter Hennes als Geschäftsführer bestätigt wurden, hatte die Erste Vorsitzenden Connie Möller ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Zum Nachfolger wurde Olaf Berg gewählt. Ehrungen für die langjährige Mitgliedschaft im BSV Rheinhausen-Bergheim erhielt an diesem Abend unter anderem gleich eine ganze Familie. Die Geschwister Daniela und Martin Breuer empfingen die silberne Nadel für ihre 25jährige Mitgliedschaft, ihre Mutter Monika für 40 Jahre, während Harald Breuer für 50jährige Vereinsmitgliedschaft, in der er vom Jugendleiter bis zum Ersten Vorsitzenden zahlreiche Ämter ausgeübt hatte, geehrt wurde. Die Wahl zum Ehrenmitglied durch Versammlung erfolgte einstimmig. Die Auszeichnung jeweils für 10- bzw., 25jährige Mitgliedschaft erhielten außerdem Leon Meskendahl und Kai Müller.

Olympische Sommerspiele Tokio 2020

Sportschießen-Finals

Samstag, 24.07.2021 – ARD Livestream

03:45Luftgewehr DamenZDF Aufzeichnung
08:30Luftpistole HerrenZDF Aufzeichnung

Sonntag, 25.07.2021 – ARD Livestream

04:15Luftpistole DamenZDF Aufzeichnung
08:30Luftgwehr HerrenZDF Aufzeichnung

Montag, 26.07.2021 – ARD Livestream

07:50Skeet DamenZDF Aufzeichnung
08:50Skeet Herren

Dienstag, 27.07.2021 – ARD Livestream

04:00Luftpistole MixZDF Aufzeichnung
06:15Luftgewehr MixZDF Aufzeichnung

Donnerstag, 29.07.2021 – ARD Livestream

07:30Trap DamenZDF Aufzeichnung
08:30Trap HerrenZDF Aufzeichnung

Freitag, 30.07.2021 – ARD Livestream

07:00Sportpistole DamenZDF Aufzeichnung

Samstag, 31.07.2021 – ARD Livestream

06:30Trap MannschaftZDF Aufzeichnung
09:00Dreistellungskampf DamenZDF Aufzeichnung

Montag, 02.08.2021 – ARD Livestream

07:30Schnellfeuerpistole HerrenZDF Aufzeichnung
09:50Dreistellungskampf HerrenZDF Aufzeichnung

Neustart, die Zweite

Für ganze vier Wochen – oder acht Trainingsabende – konnten die Sportschützen des BSV Rheinhausen-Bergheim nach monatelanger Corona-Pause ihren Sport wieder aufnehmen. Dann schloss Duisburg Sport die Sporthalle Krefelder Straße erneut für drei Wochen. Die offizielle Infomail erreichte die Vereinsvertreter am Freitag, die Schließung galt ab dem darauffolgenden Montag, dem ersten Tag der Sommerferien.

Aus welchen Gründen die Sportanlage geschlossen wurde, darüber gab es keine Auskunft. Sanierungs- oder Reparaturarbeiten, die DuisburgSport noch im Informationsschreiben vom 02. Juni zur allgemeinen Wiedereröffnung der Sporthallen als mögliche Schließungsgründe genannt hatte, konnten die Bergheimer jedenfalls nicht feststellen. Im Gegenteil: am Montagabend war der BSV der erste Nutzer nach der dreiwöchigen Pause und fand prompt eine der ohnehin technisch maroden 50-Meter-Bahnen in unbenutzbarem Zustand vor. Da aufgrund der Abstandsregelungen nur jeder zweite der acht Stände benutzt werden kann, konnte gleich am ersten Trainingsabend ein Mitglied seine gebuchte Standzeit nicht wahrnehmen. Abschließend hinterließ ein während des Trainings niedergehender Gewitterschauer dann auch noch eine Wasserlache im Gang zum 10-Meter-Stand.

Für die gesamte Situationen können die Sportschützen kaum noch Verständnis aufbringen. In Hochinzidenzphasen saßen alle Sportarten im gleichen Boot. Nun wird weitreichend der Sportbetrieb wieder aufgenommen, die Sportschützen im Westen jedoch, angewiesen auf die Städtische Anlage, werden ausgebremst. Ignoriert, schlicht vergessen, oder will man uns womöglich loswerden? Diese Gedanken mögen dem einen oder anderen angesichts der neuerlichen Unbilden durch den Kopf gehen. Dennoch ließen die Anmeldungen für die neuerliche Trainingsaufnahme nicht auf sich warten. Die ersten gingen noch während der ersten Schließungswoche ein. Auch Vereinsaustritte hat es bisher keine gegeben.

Wie es wettkampfsportlich weitergeht, wird sich für die Sportschützen im Westen in den kommenden Wochen zeigen, auch abseits der Inzidenzzahlen. Die mögliche Weitermeldung zur Deutsche Meisterschaft Ende August hatten die betreffenden BSV-Mitglieder angesichts der fehlenden Trainingsmöglichkeit bereits zurückgezogen.

Auf der Kreisvorstandsversammlung Mitte August werden dann die Möglichkeiten für die kommende Wettkampfsaison mit Kreismeisterschaften und Liga Thema sein. Neben dem Pandemiegeschehen steht hier auch die Sanierung des bisherigen Austragungsortes, der Städtischen Sportanlage Henri-Guidet-Zentrum in Moers-Kapellen im Raum. Dass die Sporthalle Krefelder Straße als Ausweichmöglichkeit in Betracht gezogen werden kann, dürfte angesichts des Zustandes der Anlangen jedoch kaum zur Debatte stehen.

Regeln zum Trainingsstart

Nachdem DuisburgSport die Sporthallen wieder zur Nutzung freigegeben hat, können wir unser Training wieder aufnehmen. Allerdings müssen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung des Landes NRW eingehalten werden.

Mindestabstand 1,5 Meter

Um das zu gewährleisten, können wir nur die Hälft der Stände nutzen. Die übrigen Stände sind gesperrt. Die Aufenthalträume können unter Beachtung des Mindestabstands genutzt werden.

Maskenpflicht

In allen Räumen abseits der Schießstände muss jederzeit eine medizinische Maske (OP-Maske, FFP-2-Maske oder gleichwertig) getragen werden.

Hygiene

Alle Kontaktflächen müssen nach der Nutzung mit Desinfektionsmittel gereinigt werden. Das gilt auch für die Anschusstische, die Zuganlagen und die Vereinswaffen.

Sportschützen im marathon-Modus

Die Ligasaison vom Rheinischen Schützenbund ausgesetzt, die Stadtmeisterschaft wortlos unter den Tisch gefallen, die Kreismeisterschaften abgesagt – letzteres allerdings wegen Sanierungen in der Schießanlagen im Moerser Henri-Guidet-Zentrum. Als 100 Prozent kontaktlos, mit problemlosem Abstandhalten und gesetzlich ohnehin vorgeschriebenen leistungsstarken Belüftungen auf den Sportanlagen erweist sich der Schießsport als ausgesprochen corona-tauglich. Der Wettkampfbetrieb allerdings liegt aktuell brach.

Wenn der Vergleich mit Sportlern anderer Vereine nicht möglich ist, dann muss die Herausforderung im Sport selbst gesteigert werden. Das war die Idee hinter dem 100-Schuss-Herbstmarathon, den der BSV Rheinhausen-Bergheim für seine Mitglieder ausgerufen hat. Im Oktober und November stellen die Sportschützen sich einem ehrgeizigen Programm von bis zu drei Durchgängen mit je 100 Schuss in den Disziplinengruppen Gewehr, Pistole oder Gewehr Auflage.

Dazu ist zu wissen: Für gewöhnlich hat ein Wettkampfdurchgang im Schießsport je nach Disziplin 30, 40 oder 60 Schuss. 100-Schuss-Wettbewerbe als Sonderveranstaltungen werden meist mit Luftgewehr oder Luftpistole ausgetragen, etwa der traditionsreiche 100-Schuss-Pokal des Schützenvereins Jan Hofer in Essen, der Schützen aus dem gesamten Rhein-Ruhr-Gebiet anzieht und stets schon nach kürzester Zeit ausgebucht ist.

Das Marathon-Programm des BSV dagegen deckt die ganze Bandbreite der Disziplinen des Vereins ab. Gewehrschützen treten nicht nur im Luftgewehr, sondern auch im Kleinkaliber Gewehr über 50 Meter und 100 Meter (auf der 50-Meter-Bahn an der Krefelder Straße auf entsprechend verkleinerte Scheiben) an, Senioren analog in den Gewehr-Auflage-Disziplinen. Für Pistolenschützen stehen neben der Luftpistole die Sportpistole im Präzisionsmodus (20 5er-Serien in je 5 Minuten) und die Freie Pistole auf dem Programm.

Für die Schützen bedeutet das, je nach persönlichem Tempo und Rhythmus, bis zu 1,5 Stunden volle Konzentration und Ausdauer, denn die zwischen zwei (Luftpistole) und fünf (KK-Sportgewehr) Kilo schweren Sportgeräte wollen für jeden Schuss einzeln angehoben werden. Das Einteilen der Kräfte gehört also mit dazu – Marathon eben – um für die bei gleichen Ergebnissen ausschlaggebende letzte Serie noch einmal volle Leistung zu bringen.

Die Resonanz bei den Sportlern war bis Ende Oktober jedenfalls mehr als zufriedenstellend, allen voran bei den Senioren. Hier findet sich mit Ingo Meskendahl auch der erste, der den kompletten Marathon aus drei Disziplinen abgeschlossen hat, mit einem Gesamtergebnis von 2905 von 3000 Ringen und einem Schnitt von 986,3. Nur Harald Breuer liegt bei den Senioren mit 985,5 noch davor, ihm fehlt aber noch ein Ergebnis. Und auch die Gewehr- und Pistolenschützen gehen zunehmende an den Start. Immerhin habe sie auch noch den ganzen November Zeit.

Noch kontaktloser geht Sport nicht

Am Ende hatte es doch etwas länger gedauert als erhofft. Zwar hatte die Landesregierung schon am 11. Mai die Nutzung von Sporthallen für kontaktfreie Sportarten wieder zugelassen, doch dauerte es bis zum 28.05. ehe DuisburgSport die städtischen Sporthallen wieder freigegeben hat. Das Hygieniekonzept für den Schießsport in der Sporthalle Krefelder Straße, basierend auf den Richtlinien des Deutsche Schützenbundes, lag zu diesem Zeitpunkt schon in der Schublade. Zu verdanken ist das vor allem einem BSV-Mitglied, das aus seinem Berufsleben auf fachliche Erfahrung zurückgreifen konnte.

So standen die Schützen am ersten Tag der Hallenöffnung parat, um die Anlage corona-tauglich zu machen. Zwar ist Sportschießen so kontaktlos wie kaum ein anderer Hallensport, die Atemfrequenz wird eher niedriger als höher und die auf Schießständen ohnehin vorgeschriebene leistungsstarke Lüftung sorgt für permanenten Luftaustausch, dennoch sind auch hier der Abstand von mindestens 1,5 Meter und eine Beschränkung der Personenzahl in geschlossenen Räumen einzuhalten. Um das zu erreichen sind auf allen Ständen aktuell nur die Hälfte der Schießbahnen nutzbar, jede zweite ist abgesperrt.

Für die Sportler bedeutet das einstweilen eine geringere Standkapazität, dem der BSV mit einem Voranmelde-System begegnet. Mitglieder registrieren sich auf der Vereinshomepage online für Trainingstage, -zeiten und den Stand, den sie belegen möchten, Sportleiter Daniela Breuer koordiniert die Trainingszeiten. Das Führen von Anwesenheitslisten indes ist für die Sportschützen nicht neues, sondern gehörte aus waffenrechtlichen Gründen schon vor Corona zum Standard.

Die ersten Trainingstage zeigten dabei ein durchweg positives Bild, die Vereinsmitglieder tragen die nötigen Maßnahmen, zu der auch Desinfektion von Material und Kontaktflächen gehören, aktiv mit. Auch sportliche müssen nur geringe Einschränkungen hingenommen werden. Lediglich die Pritschen auf der 50-Meter-Anlagen können nicht benutzt werden, ihre Spanplatten-Oberfläche lässt sich nicht desinfizieren. Dass sich der Kniende Anschlag der Gewehrdisziplinen auch von Boden aus absolvieren lässt, hatte Unterhebelschütze Alfons Richter bereits ausgetestet. Im Sportgewehr wird für Daniela Breuer aus dem Dreistellungskampf dennoch vorläufig ein Zweistellungskampf, denn dem Liegenschießen vom Boden aus ist die Barriere zur Schießbahn im Weg.

Einzig die Frage nach dem weiteren Verlauf der Wettkampfsaison bleibt noch offen. Die Bezirksmeisterschaft wurde abgebrochen, Landes- und Deutsche Meisterschaften hatten Rheinischer und Deutscher Schützenbund bereits Ende März abgesagt. Die Kreis- und Bezirksliga hätten am ersten Mai starten sollen, alle Ligen des RSB sind nun jedoch bis zum 31. August ausgesetzt, was auf Kreis und Bezirksebene, die bis zum 30. November hätte ausgetragen werden müssen, schwer wieder einzuholen wäre. Für die kreisinternen Rundenwettkämpfe in Kleinkalibergewehr Auflage und Luftgewehr Auflage der Senioren, die bis nächstes Jahr Ende März laufen, will die Kreissportleitung möglichst schnell einen Durchführungsmodus finden.

Kein Grund, nicht zu trainieren

Trainingstopp für alle Sportverein – davon ist natürlich auch der Schießsport betroffen, die Sportschützen im Duisburger Westen zumal, da alle Vereine auf die Schießanlage in der nun geschlossenen Sporthalle Krefelder Straße angewiesen sind. Das muss aber kein Grund sein, das Training komplett einzustellen. Zumindest nicht für die, die über einen langen Flur und ein Luftgewehr oder eine Luftpistole mit Trockentrainings-Abzug verfügen.

Und das gilt für fast alle neueren Modelle. Der Abzug lässt sich spannen, ohne dass dazu die Waffe geladen werden muss, einschließlich Vorzugsweg und Druckpunkt. Wer einen langen Flur hat, braucht lediglich eine Scheibe an die Wand zu pinnen. Ein schwarzer Punkt – beim Luftgewehr beispielsweise 30,5 Millimeter Durchmesser, 1,40 Meter über dem Boden, gemessen von der Scheibenmitte aus – reicht allerdings auch, schließlich gibt es ja keine Treffer, also braucht es auch keine Ringmarkierungen. Für kleinere Räumlichkeiten sind auf der Homepage des BSV Rheinhausen-Bergheim jetzt auch verkleinerte Spiegel zu finden, die das Größenverhältnis der Originalscheiben auf einer Entfernung von fünf Metern herunterrechnen, für die Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole, Kleinkalibergewehr, 50-Meter-Pistole und 25-Meter-Pistole.

Aber was bringt das Ganze, wenn man keine Treffer hat?

Tatsächlich ist der Treffer im Schießsport nur das sichtbare Ergebnis eines korrekt ausgeführten Ablaufes aus Körperhaltung, Atmung, Zielen und Abziehen. Trainierte Sportschützen wissen zu jedem Moment ihre Aufmerksamkeit auf den jeweiligen Schritt dieses Ablaufs zu richten, bewusst wahrzunehmen und zu kontrollieren. So erkennt der Schütze auch im Moment des Abziehens, ob er auf der Mitte der Scheibe war, ohne das Loch in der Scheibe oder die elektronische Trefferanzeige zu sehen. Und das ist es, worin es im Training zu bleiben gilt.

10 Schuss Probe, 40 Schuss Wertung

Bleibt noch die Frage: Wie bekommt man es hin, die korrekte Anzahl an „Schüssen“ für einen Durchgang zu absolvieren? Denn die wird normalerweise durch die Scheibenzahl, abgezählte Munition oder bei elektronischen Anlagen durch das eingestellte Programm vorgegeben. Mitzählen kann dagegen für die Konzentration auf den Ablauf hinderlich sein. Hier sind kreative Lösungen gefragt. BSV-Sportleiterin Daniela Breuer hat ihre gefunden: 40 Spielfiguren stehen auf dem improvisierten Anschusstisch. Bei jedem „Laden“ des Gewehres wird eine weggestellt. Natürlich könnte man das auch mit Diabolos machen, aber um gar nicht erst in die Verlegenheit zu kommen, das Gewehr aus Versehen zu laden, bleibt die Munition im Schrank verschlossen. Sicherheit geht auch beim Trockentraining vor.

Womöglich ist der Schießsport damit eine der wenigen Sportart, die derzeit unter nahezu realistischen Bedingungen weiter trainiert werden kann. Die ersten Selbstversuche von Sportleiterin Daniela Breuer im heimischen Wohnzimmer waren jedenfalls sehr zufriedenstellend. Schon nach wenigen „Schüssen“ stellte sich der übliche Rhythmus ein, einschließlich des Ausblendens äußerer Einflüsse und Gedanken – also auch gleich noch eine Entspannungsübung in angespannter Situation. Da stellt sich doch die Frage: warum sollte man das nicht öfter machen, auch wenn die Trainingsstätte wieder offenstehen? Schaden kann es nicht.

Wanderpokal Gewehr Auflage

Ab sofort können alle Vereinsmitglieder, unabhängig von der Altersklasse, am Schießen um den Wanderpokal Gewehr Auflage teilnehmen.

Ausgeschrieben wird je ein Wanderpokal in

  • Luftgewehr Auflage
  • KK 50m Auflage mit Diopter
  • KK 50m Auflage mit Zielfernrohr
  • Allround Pokal ( LG und beide KK Disziplinen )

 

  • 30 Schuß Wertung, Anzahl der Probeschüsse ist frei.
  • Geschossen wird nur in der Sporthalle.
  • Anmeldung vor dem Schießen bei der Aufsicht.

 

Die Erst- bis Drittplazierten in jeder Disziplin erhalten einen eigenen Pokal.

Der Erstplatzierte jeder Disziplin erhält den Wanderpokal.

Der Teilnahmezeitraum läuft bis kurz vor der nächsten Jahreshauptversammlung.

 

Weltkulturerbe-Antrag für Schützenwesen – SPD, Grüne und Piraten lehnen Antrag ab – Ein Kommentar

Wie heute in der Tagespresse zu erfahren, haben die Regierungsparteien im Düsseldorfer Landtag zusammen mit den Piraten einen Antrag der CDU abgelehnt, die Aufnahme des Schützenbrauchtum in die Vorschlagsliste für Imaterielles Weltkulturerbe der Unesco besonders zu unterstützen.

Hierzu ein Kommentar:

Wenn von 570.000 Schützen die Rede ist, muss dies alle Mitglieder aller Schützenvereine im Land meinen. Die Initiative ging allerdings in erster Linie vom Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) aus. Wie der Name schon andeutet, handelt es hierbei um einen Verband, der vor allem die Traditionspflege zum Ziel hat. Ein Sportverband ist er nur pro Forma aus waffenrechtlichen Gründen, ein Blick in die „Sportordnung“ des BHDS zeigt nicht eine einzige internationale Schießsportdisziplin. Damit repräsentiert dieser Verband sicherlich einen bedeutenden Teil, jedoch nicht alle Schützen, und ist auch nicht DER Schützenverband in NRW, wie andernorts, u.a. im Zusammenhang mit der Debatte um einen schwulen Schützenkönig, zuweilen betitelt. Und auch nicht alle Schützen sind in Bruderschaften organisiert.

Daneben (ich mag hier keine Wertung abgeben, wer der bedeutendere ist, zumal ich für den BHDS keine Mitgliederzahlen finden konnte) existieren in NRW der Rheinische Schützenbund (RSB, der allerdings im Süden bis zur Mosel reicht) und der Westfälische Schützenbund (WSB), Landesverbände des Deutschen Schützenbundes (DSB), und darüber Mitglieder im Deutschen Olympischen Sportbund. Der DSB unterstützt in seinen Landesverbänden zwar auch das traditionelle Schützenwesen, stellt aber als Dachverband des olympischen und internationalen Schießsports in der Bundesrepublik den Sport deutlich in den Vordergrund.

Das Brauchtum ist rückläufig

Dies spiegelt sich auch in den Vereinen wider. Anders als die brauchtumsorientierten Schützen-Bruderschaften setzen die Schützen-Vereine ihren Schwerpunkte jeweils unterschiedlich gewichtet zwischen Brauchtum und Sport. Manche sind Mitglied in beiden Verbänden. Die Tendenz insbesondere bei den kleineren RSB-Vereinen in der Region (Bezirk 03 Linker Niederrhein) geht aber schon seit Jahren in die Richtung, das Brauchtum weiter zurückzufahren. Öffentliche Schützenfeste finden allenfalls noch dort statt, wo der Schützenverein auch noch Dorfverein ist, oder in Anschluss an Stadtteilfeste. Schützenumzüge gibt es kaum mehr, in linkrheinischen Duisburg (Kreis 031 Moers) schon seit Jahrzehnten nicht mehr, in Moers sporadisch, und das obwohl der Kreis 38 Vereine zählt. Häufig ist das Schützenfest zur geschlossen Vereinsfeier geschrumpft, das Königsschießen wird als interner Wettkampf ausgetragen. Vielfach gibt es nicht einmal mehr das.

Kein Interesse mehr

Neben dem finanziellen Aspekt – nur wenige Vereine haben noch die Mittel, große Feste allein auszurichten – spielt das zurückgehende Interesse bei Mitgliedern wie auch, zumindest im städtischen Bereich, beim Publikum eine Rolle. So habe wir uns bereist 1975 komplett von Brauchtum und traditionellem Schützenwesen verabschiedet und agieren seither als reiner Sportverein, und dies in Kreis und Bezirk ausgesprochenen erfolgreich, mit drei Kreis- und einer Bezirksliga-Mannschaft (ja, sowas gibt‘s), letztere in diesem Jahr in die nächsthöhere Gruppe aufgestiegen, sowie 2012 und 2013 einer Mannschaft bei der Deutschen Meisterschaft.  Gerade in jüngster Zeit haben wir Zuwachs an Mitgliedern erhalten, die zu uns kamen aus Interesse am Schießsport und gerade WEIL wir kein Schützenbrauchtum pflegen. Schließlich benötigt Geselligkeit im Sinne von gemeinsamer Zeit und gemütlichem Beisammensein in anderen Sportvereinen auch weder Uniform noch Bierzelt.

Weltkulturerbe? Irrelevant

Vor diesem Hintergrund kann ich als Schützin zum Weltkulturerbe-Ansinnen eigentlich nur sagen, dass die Bestrebungen für uns völlig irrelevant sind. Für uns Sportschützen spielt dieser Titel keine Rolle. Wichtiger wäre uns, in der breiten Öffentlichkeit als Sportler ernst- und wahrgenommen zu werden. Aber das ist die Aufgabe der Dachverbände.
Traditionelles Schützen-Brauchtum hingegen rangiert auf etwa dem gleichen Level wie der traditionelle Rheinische Karneval. Es ist sicherlich ein regionales Kulturgut, und wer Freude daran hat, mag es betreiben. Aber so wie nicht jeder Rheinländer ein Jeck ist, ist nicht jeder Schütze ein traditioneller Schützenbruder. Wenn wenigstens diese Unterscheidung einmal deutlich und nachhaltig kommuniziert würde, wäre für uns und den Schießsport schon viel gewonnen.

Gespräch mit DuisburgSport

Am gestrigen Mitwoch, 17.04.2013, hatte DuisburgSport zum Gespräch über die weitere Schießstandnutzung in der Sporthalle Krefelder Straße geladen. Anwesend waren Vertreter der St. Sebastianer Hochemmerich, des ASV Kaldenhausen, BSV Rheinhausen Bergheim, BSV Friemerheim und BSV Homberg-Hochheide. DuisburgSport war durch Frau Padberg und Herrn Konkol, zuständig für Betrieb und Vermietung der Sporthalle, sowie Herrn Dietz als Leiter von Duisburg Sport vertreten.

Haupthema der Treffens war die Frage der künftigen Schießstandreinigungen. Die Vereinsvertreter wurden darüber informiert, dass die bisher von der Stadt beauftragte Firma inzwischen ihre Mitarbeiter für Reinigung von Schießständen gemäß dem Sprengstoffgesetz geschult habe, nun aber höhere Kosten für die Renigungsarbeiten ansetze. Diese könne DuisburgSport nicht vollständig übernehmen, sondern müsste sie den Vereinen in Rechnung stellen. Als Alternative wurde vorgeschlagen, dass die die Halle nutzenden Vereine gemeinsam die vierteljährliche Grundreinigung übernehmen. Dazu könne durch Fördermitteln der Stiftung Sport die Anschaffung eines entsprechenden Spezialstaubsaugers finanziert werden.

Dieser Vorschlag fand die Zustimmung der Vereinsvertreter. Der Frage nach einer Festsetzung der Nutzungsgebühre auf den aktuellen Stand im Fall einer eventuellen zukünftigen Erhöhungen im Gegenzug musste Herr Dietz eine Absage erteilen, da DuisburgSport keinen Einfluss auf die Nutzungsgebühren hat, die vom Rat der Stadt festgelegt werden. Jedoch sicherten die Vertreter von DuisburgSport ihre Unterstützung beim Beantragen der Fördergelder zu.

Angesprochen wurde ebenfalls die Instandhaltung oder Erneuerung der Scheibenzuganlage auf der 50-Meter-Anlage, bei denen insbesondere die für das rechtzeitigen Stoppen der Scheibenwagen notwendigen Zeitrelais mitlerweile in die Jahre gekommen und unpräzise geworden sind. Konkrete Vorschläge, auch zu einer eventuellen Förderung durch die Stiftung Sport, ergaben sich aber noch nicht.

Hinsichtlich der Organisation der Schießstandgrundreinigung wollen sich die Vereinsvertreter am Dienstang, 30.04.2013 noch einmal treffen und dabei auch den Antrag auf Förderung des Reinigungsgerätes auf den Weg bringen.